Drei G am gigantischen Grossglockner

Glocknersummit 2021 der Jungen Wirtschaft #2

Badl-Alm:

Manchmal braucht es zwei Anläufe, um ganz oben zu stehen. So auch beim Glockner-Summit 2021 der Jungen Wirtschaft Tirol. Im Juli machte das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung. Abbruch auf der Stüdlhütte. Acht Wochen später erreichen die Unternehmerinnen und Unternehmer mit den Kalser Bergführern den höchsten Gipfel Österreichs.

„Nach dem Versuch im Juli hat es diesmal geklappt“, jubelt Barbara Schusteritsch von der Jungen Wirtschaft Lienz. Die Modedesignerin steht neben dem Gipfelkreuz des Großglockners und strahlt. „Besser hätte der Aufstieg kaum sein können.“ In der Nacht hat es leicht geschneit. Das Dach der Erzherzog-Johann-Hütte ist angezuckert, die Terrasse ringsherum auch. Als die Seilschaften starten, herrscht noch Dunkelheit. Am Horizont lugt nur ein gelb-oranger Sonnenstreifen aus der Nacht. „Allein dafür lohnt das frühe Aufstehen schon“, flüstert Landmaschinen-Händler Hansjörg Stöckl aus Westendorf. 

„Die Nacht war, wie immer hier oben, kurz“, sagt Bergführer Hannes Webhofer. „Auf 3.454 Metern schlafe ich nie sonderlich gut, obwohl ich die Höhe ja kenne.“ Die gute Stimmung im Team leidet aber keinesfalls. Um kurz nach sechs Uhr setzen sich die Seilschaften in Bewegung. Unter den Steigeisen knirscht das Gletschereis. Die BergsteigerInnen blasen Wölkchen in die klare Luft. Leises schnaufen. Weiter unten: Spitze Gipfel und scharfe Grate schneiden sich durch den Morgen.


Es geht zunächst mäßig steil hinauf zum Gipfelaufbau des Glockners. Die Spitze überragt mit 3.798 m alles, was sich in Österreich Berg nennt. Erstmals Ende Juli 1800 bestiegen, ist der Großglockner bis heute Sehnsuchtsziel vieler Alpinisten. Mehr als 5.000 Menschen stehen Jahr für Jahr ganz oben. Kurze Trinkpause. Bergführer Peter Wurzer aus Kals dreht sich um und lobt seine Schützlinge: „Die letzten Höhenmeter schaffen wir locker.“ 

Ab hier beginnt die Kletterei. Drahtseile und Stifte helfen. „Mit Steigeisen zu klettern, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig“, lächelt Theresa Attlmayr. Sie nimmt mit ihrer Mutter und den Brüdern Alexander und Maximilian am „Glockner-Summit“ teil. „Aber es macht Spaß.“ Als sie das sagt, wischt sich die junge Frau eine Schweißperle von der Nase und schaut gespannt nach oben in den inzwischen strahlend blauen Himmel. 

Konzentriert suchen sich die „Kraxler“ ihre Griffe und Tritte. Viel geredet wird jetzt nicht. Schweigen ist Silber, Klettern ist Gold. „Fast wie im Unternehmertum“, philosophiert „Bobs“ Schusteritsch. „Oft ist einfachmachen sinnvoll.  Nur durch reden geht nix vorwärts.“ Gut eineinhalb Stunden sind die jungen Wirtschaftler jetzt seit ihrem Start an der Adlersruhe unterwegs. 
Der „Kleine“ Glockner reckt sich empor. Kurz durchschnaufen, schauen, staunen und wieder steigen.  Ein paar Meter hinab, über die luftige Scharte und wieder auffi… . Das Gipfelkreuz leuchtet schon in der Morgensonne. Nur noch wenige Schritte: „Juhu… yes… ja… sauber, gigantisch, schee.“ Freude pur. Tief durchatmen. Bergführer Peter Bauenrfeind gratuliert den Gipfelstürmern mit breitem Lachen. Sie versammeln sich um das Gipfelkreuz. Foto. Klick. Noch eins. Foto. Klick. Noch eins. 


Dann legt sich die erste Euphorie kurz. Rundumsicht vom Feinsten. Hansjörg Stöckl schaut verzückt. „Ich habe das Gefühl, als lägen mir die ganzen Ostalpen zu Füßen.“ Im Süden leuchtet die Civetta, im Osten der Triglav, im Westen der Ortler und im Norden der Watzmann. Es kehrt heitere Stille und Ruhe ein. Weit weg von den drei G im Tal. Hier oben gelten andere: G für Glockner, G für Gipfel und G für Genuss

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Autor

Jörg Wunram

Jörg Wunram, geboren in Weißenohe (Fränkische Schweiz), lebt seit vielen Jahren in Hamburg, arbeitet als Journalist und Autor, vor allem für Hörfunk, Print und Online. Zahlreiche Features, Reportagen und Blogs stammen aus seiner Feder. Aufnahmegerät, Notebook und Kamera hat er meist dabei, wenn er wieder einmal auf Reisen ist, und er seiner Lieblings-Beschäftigung nachgeht. Am liebsten in der Natur. Im Wald, in den Bergen und am Meer.

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